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Horizontastronomie als uralte Kulturtechnik In der Frühzeit der Menschheitsgeschichte war die Beobachtung der am Landschaftshorizont wandernden Auf- und Untergänge der Sonne die einzige Möglichkeit zur Einrichtung eines Sonnenkalenders, der die praktische und rituelle Zeitordnung einer Gesellschaft regelt. Bauliche Überreste vergangener Kulturen zeigen noch heute, dass astronomische Konzepte eine bedeutsame Rolle im sozialen und religiösen Leben unserer Vorfahren spielten.
Die steinzeitliche Anlage von Stonehenge Ausgrabungen in Goseck Wie weit die Beschäftigung schon der steinzeitlichen Menschen mit den Gestirnen geht, und zu welchen Zwecken die frühe Sternkunde geschah, ist seit Jahrzehnten Forschungsgegenstand von Astronomen, Archäologen und Ethnologen. Die daraus entstandenen interdisziplinären Forschungsgebiete der Archäoastronomie Horizontastronomie heute – eine Chance für ein bewusstes Naturerleben Die neuzeitliche Zivilisation benötigt die sichtbaren Ereignisse des jährlichen Sonnen- oder Mondlaufs längst nicht mehr für ihre Kalender- und Zeitordnungszwecke. Mit dem Verlust der Notwendigkeit elementarer Horizontbeobachtungen ist aber neben dem Bewusstsein für diese Jahrtausende alte Kulturtätigkeit und die archaischen Bebachtungstechniken auch das sinnstiftende Element einer bewussten Gestirnsbeobachtung und das damit verbundene Sinneserlebnis verloren gegangen und überflüssig geworden. Dieser Kulturverlust geht einher mit einer weitgehenden Unkenntnis der allgemeinen Bevölkerung über einfache astronomische Erscheinungen. Die Kenntnisse über den Lauf von Sonne, Mond und Sternen, wie er sich über dem örtlichen Beobachtungshorizont abspielt, sind heutzutage leider nicht sehr stark ausgeprägt und auch die Schule hat die astronomische Basiserziehung nicht an zentraler Stelle im Lehrplan verankert. Zur Wiederbelebung der verlorengegangenen Tradition der visuellen Horizontastronomie und zur Förderung einer einfachen astronomischen Beobachtungskultur werden vom Initiativkreis Horizontastronomie im Ruhrgebiet e.V. seit 1999 Vorschläge für den Bau von öffentlich zugänglichen Beobachtungseinrichtungen entwickelt, bei denen jeweils unterschiedliche archaische Beobachtungsprinzipien verwirklicht sind. Mit dem Obelisken als Schattenwerfer einer großen Horizontalsonnenuhr und dem Horizontobservatorium auf der Halde Hoheward hat der Regionalverband Ruhrgebiet (RVR) mittlerweile zwei dieser Einrichtungen auf Anregung des Initiativkreises im Landschaftspark Hoheward verwirklicht.
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